Die Gründung alten Chosons




Der erste historisch belegte koreanische Staat wurde am 3. Oktober 2333 v. Chr. (Beginn der traditionellen koreanischen Zeitrechnung) von dem König "Dangun" gegründet. Der Staat hieß "Choson", die Hauptstadt des Staats lag auch in Asadal (nordöstilich von Beijing). Obwohl Dangun früher von den japanischen Historikern nur als legendärer Kulturträger angesehen wurde, haben die Koreaner ihn lange Zeit als realer Gründer des koreanischen Volkes verehrt, weil zahlreiche Geschichtschroniken seine Existenz bestätigten. Nachdem jedoch sein Grab im Jahre 1993 in Nordkorea gefunden worden war, wurde er als wirkliche Person anerkannt, die tatsächlich in jenem Gebiet regierte, in dem heute Liaosi, Liaodong (in Nordostchina), Innere Mongolei und Mandschurei sowie Koreanische Halbinsel liegen.

Dangun organisierte die Regierung, die aus den 360 Posten bestand, und festigte seine Macht, indem er selbst die religiöse (ahnenkultische) Zeremonie verwaltete und diese als politisches Instrument verwendete. Über verschiedene Landesherren übte er indirekt die Kontrolle aus, die unter der Bezeichnung "Gousu" bekannt sind. Laut "Samgukyusa (eine koreanische berühmte Geschichtenaufzeichnung)" hatte er den bronzen Spiegel und die bronze Klingel und den bronzen Säbel bei sich, die seine königliche Oberhoheit versinnbildlichten, während die Chinesen erst um 1700 v. Chr. die Bronze zu verarbeiten begannen.

Im Jahre 2241 v. Chr. förderte er den Seidenbau und die Wasserversorgungen, setzte eine frühe Form des Steuersystems in Kraft. Im Jahre 2181 v. Chr. ließ sein Nachfolger "Gyark" (der 2. König alten Chosons) seinen Vasall "Ulbork" ein Alphabet für die koreanische Sprache erfinden, während das erste westliche Alphabet erst 1700 v. Chr. in Palästina und Syrien entstand. Dieses Alphabet hieß "Garimto", wurde zur Urform des heutigen koreanischen Alphabets "Hangul", dessen Fertigstellung danach 3,627 Jahren später (1446 n. Chr.) angekündet wurde. Man nimmt allgemein an, dass das koreanische Alphabet das vollkommenste phonetische System sei, das man kennt. Gyark ließ sich 2180 v. Chr. auch die erste koreanische Geschichtschronik kompilieren, die "Sansugarimda" hieß und zum Vorläufer der fernöstlichen Geschichtswissenschaft wurde.

Im Jahre 2137 v. Chr. eroberte der 4. König "Osagu" die Mongolen und ließ sich 2133 v. Chr. das Muschelngeld als Zahlungsmittel verwenden. Im Jahre 2096 v. Chr. brachte der 5. König "Guul" die Tage, Monate und Jahre in ein zusammenhängendes Zeitsystem, den Kalender durch den Sechzigerzyklus. Im Jahre 1992 v. Chr. entwickelte der 8. König "Usouhan" eine neue Agrartechnik und hielt eine gute Ernte. Im Jahre 1950 v. Chr. baute der 10. König "Nouhl" einen grossen Weideplatz auf, entdeckte 1935 v. Chr. ein Goldlager in Mongolei, das in den 80er Jahren durch die in der inneren Mongolei ausgegrabenen Goldklumpen bestätigt wurde, die sich ungefähr bis zum Jahre 1,900 v. Chr. zurückdatieren ließen.

In den 90er Jahren wurden sehr viele Tongeschirre und bronze Säbel und Spiegel zur Überraschung aller Historiker in Korea ausgegraben, die sich ungefähr bis zum Jahre 2,000 v. Chr. zurückdatieren ließen. Deren hohe handwerkliche Qualität lässt auf einen hohen Grad von Spezialisierung und die entwickelten Lebenssituationen der alten Koreaner schließen, was den Geschichtenaufzeichnungen genau übereinstimmt. Bereits in dieser Zeit gab es Reisanpflanzungen, Webereien, raffinierte Tonwaren, die bei hohen Temperaturen gebrannt wurden, und Metallwerkzeuge in Korea.

Auch die Dolmen (die bronzezeitlichen Grabkammer mit rechteckigem oder polygonalem Grundriss, die meist aus vier bis sechs Trag- und ein oder zwei Decksteinen bestanden) findet man besonders zahlreich in Mandschurei und der Koreanischen Halbinsel, wo mehr als die Hälfte all der Dolmen der Welt vereinzelt liegen (mehr als in Irland, Wales, Bretagne). Ein Dolmen in der Nähe von Seoul in der Koreanischen Halbinsel ließ sich bis zum Jahre 2500 v. Chr. zurückdatieren, anderer gleichartiger Dolmen in Liaoning (Südwestmandschurei) ließ sich bis zum Jahre 2410 v. Chr. zurückdatieren, was erkennen lässt, dass eine einheitliche bronzezeitliche Kultur schon damals in Mandschurei und der Koreanischen Halbinsel bestand.


Die Fortsetzung : Die Shang-Dynastie



[Die Geschichte von Korea]