Nachdem die Shang-Dynastie gestürzt worden war, dehnte sich die chinesische Herrschaft unter der Chou-Dynastie langsam über beinahe den gesamten Nordchinas bis in das Jangtsekiang-Tal aus. Andererseits war die kaiserliche Gewalt Chosons so erschöpft, nachdem der 21. Kaiser Chosons "Sotae" von dem König Puyos "Saekbulu" abgesetzt worden war (1285 v. Chr.). Der Kaiser konnte keine grosse politische und militärische Macht mehr über das gesamte Gebiet seines Reiches ausüben, ihn übertrafen viele seiner kleinen Feudalstaaten (namens "Gousu") an Größe und Stärke, zu denen die Folgende gehörten: Puyo, Koguryo, Godschuk, Ye, Maek, Tschu, Dschinbon, Nakrang, Imdun, Hyundo, Sukschin, Tschongu, Yangi, Yangdschu, Bal, Yu, Okdschou (in Liaosi und Mandschurei), Chin, Biryu, Haengin, Haedu, Gaema, Guda, Chona, Chuna, Han, Samhan (in der Koreanischen Halbinsel).
Wegen der Erkaltung und der Vertrocknung des Klimas in Mandschurei (seit 1,300 v. Chr.) konnten die Koreaner keinen hohen Standard in der Landwirtschaft mehr erleben, während die Chinesen unter der Chou-Dynastie wegen des gemässigt gewordenen Klimas ein rapides Wirtschaftswachstum und einen beständigen Bevölkerungszuwachs erreichten. Obwohl "Kija", der ein Vasall der Shang-Dynastie gewesen, ins Choson-Reich geflohen und zu einem Landesherr Chosons ernannt worden war, eine erste koreanische Verfassung erließ (1050 v. Chr.), konnten die Koreaner kein grosses Wachstum des Staates und der Zivilisation mehr verzeichnen.
Doch die Koreaner bewahrten ihre grosse Macht bis zum Jahre 194 v. Chr. in Fernost. Sie vertrieben mit einigen der chinesischen Feudalstaaten die Chou-Dynastie aus ihrer Hauptstadt, in deren Folge die Chou-Dynastie eine neue Hauptstadt im Osten bei Loyang errichten musste. Weil die Bogenschützenkunst von den Koreanern in der Zeit so hochentwickelt wurde, nannten die Chinesen seitdem die Koreaner als "Dong-Yi: Östlicher Bogenschütze", die die Chinesen ganz häufig in Angst und Schrecken versetzten. (Dank der Tradition erlangen die Koreaner heute auch noch fast alle Goldmedaille von Bogenschiessen in den Olympischen Spielen.) Weil daneben das koreanische Volk in diesen Jahren an das Reiten auf Pferden gewöhnt war und sich als Reitervolk reorganisierte, tragen die koreanischen Mütter heute immer noch ihre Kinder auf den Rücken, um ihre Kinders Beine einwärtsgesetzt zu machen und so leichter auf Pferden reiten zu lassen.
Obwohl die Koreaner in dieser Zeit nicht so viele intellektuelle Kulturen schuffen (damals wiesen die Chinesen sehr viele hervorragende Philosophen wie Konfuzius und Lao-tse auf), eilten die Koreaner der Zeit auf dem Bereich der Kunstfertigkeit und Technik voraus. Die momentan ausgegrabenen Überreste aus dieser Zeit veranschaulichen, dass Korea schon ungefähr 800 v. Chr. in die Eisenzeit trat, ungefähr 300 v. Chr. Stahl verhüttete (so früh wie China) und bereits 500 v. Chr. Glas herstellte (raffiniertere Form als China), was sich durch die im Jahre 1995 in Boryoung in Südkorea ausgegrabenen Glaskugeln bestätigt.
Unter den kleinen koreanischen Feudalstaaten in diesen Jahren war Puyo der mächtigste Staat, der 1289 v. Chr. von "Godung" in Mongolei gegründet wurde. Die Gesellschaft von Puyo war so komplex zusammengesetzt und effizient organisiert, dass die Puyo-Leute schon das fortgeschrittene System der Hofhaltung, des Lagerhauses und des Zuchthauses hatten. Die Regierungsbeamten von Puyo wurden aus vier Gruppen gestellt: Maga (Pferdeclan), Uga (Rinderclan), Chouga (Schweineclan) und Kuga (Hundeclan), deren Namen sich heute noch in dem Yut-Spiel (einem koreanischen traditionellen Würfelspiel) widerspiegeln.
Auch dem Ahnenkult huldigten die Puyo-Leute sehr leidenschaftlich wie in der Shang-Dynastie, indem sie zahlreiche Untertanen zusammen mit dem gestorbenen König begruben. Auf strikten Moralen und Gesetzen basierte die soziale Ordnung, so dass insbesondere Diebstähle und Ehebrüche hart bestraft wurden. Ihre persönlichen Tugenden und die guten Sitten wurde zum Gegenstand des Neides von den Chinesen, infolgedessen sagte sogar Konfuzius, dass er in dem östlichen höflichen Heimatland Dong-Yi leben wolle, wo der Anstand auf höchstem Niveau bewahrt wird. (Von vielen Historikern wird Konfuzius vermutet, aus Dong-Yi zu stammen.) Obgleich die Chinesen lange Zeit alle anderen nichtchinesische Völker als Barbaren bezeichnet haben, waren die Koreaner davon immer die Ausnahme, weil viele der alten chinesischen Königen aus Korea stammten und die Kulturen der Koreaner an vieler Hinsicht ihnen manchmal überlegen waren.

Zwar griff ein chinesischer Feudalstaat "Youn" 380 v. Chr., 365 v. Chr. und 343 v. Chr. Choson an, doch wurde er zurückgeschlagen, und sogar verlor einen östlichen Teil seiner Herrschaft. In selben Zeit übten die Koreaner einen grossen Einfluss auf die Japaner (Yayoi-Kultur) aus, die erst um 300 v. Chr. aus der Steinzeit herauskamen und die Bronzestücke herzustellen begannen. Doch die Grenzgebiete Chosons konnten nicht länger geschützt werden, denn die Macht Chosons nach der Rebellion von "Hangae" noch schwächer wurde, infolgedessen dankte der letzte Kaiser Chosons "Goyoulga" ab und zog alleine in die Berge zurück (238 v. Chr.). Seither leiteten statt von Choson die emaligen Feudalstaaten Chosons wie "Puyo" und "Bounchoson" das koreanische Volk.
Nachdem jedoch "Shih Huang Ti" (der König der Qin) sich selbst zum ersten Kaiser Chinas ernannt hatte (221 v. Chr.) und den losen Verband der damaligen feudalähnlichen chinesischen Staaten zu einem zentralisierten und kulturell geeinigten Reich zusammenfasste, überrundete China in Bezug auf die staatlichen Kräfte ganz deutlich Korea, das immer noch gespalten wurde und also seine Macht nicht vereinigen konnte. Als Shih Huang Ti seine Armee in das koreanische Herrschaftsgebiet in Liaoning einmarschieren ließ, erkannte ein Teil von den Koreanern sogar die Vorherrschaft der Qin in Liaoning an.
Im Jahr 202 v. Chr. wurde das Qin-Kaiserreich von dem Han-Kaiserreich abgelöst. Als der erste Han-Kaiser "Liu Pang" starb, suchte einer seiner Gefolge "Wiman" Zuflucht in einem der koreanischen Staaten Bounchoson. Obwohl der König Bounchosons "Gichun" Wiman half, brach Wiman die Treue und brachte Gichun um. Nach der Wegnahme des Gichuns Gebietes gründete Wiman 194 v. Chr. sein transvolkliches Reich "Wimanchoson" in Liaoning. Doch ein koreanischer König "Gohaesa" sandte Infanterie und Kavallerie ab, vernichtete das Wimanchoson-Reich und tötete Wiman. Obwohl Wimans Nachfolger "Ugou" wieder das Reich aufbaute und den Transithandel zwischen den Koreanern und den Chinesen auf See monopolisierte, wurde Ugou ebenfalls von einem koreanischen Soldat "Choi" ermordet, der nachher "Nakrang" (einen der emaligen Feudalstaaten Chosons) wieder aufbaute.
Inzwischen erreichte das Han-Kaiserreich unter dem Kaiser "Wu Ti" ihren Höhepunkt, indem er einen Stamm mit dem Namen Hsiung-nu, die vermutlich mit den Hunnen verwandt waren, bekämpfte und in das Tal des Flusses Jaxartes in Zentralasien eindrang (141-87 v. Chr.). Wu Ti wollte seine Autorität auch in dem Gebiet Chosons etablieren, und sandte seine Truppen in dieses Gebiet, und erhielt unter sein Mandat vier Feudalstaaten Chosons: Dschinbon (Zhenfan), Nakrang (Lolang), Imdun (Lintun), Hyundo (Xuantu). Aber ein koreanischer König "Godumakhan" schlug die Truppen zurück, und zerstörte die Mandate in Liaoning. Aus Ärger über die Niederlage richtete Wu Ti die besiegten Feldherren hin, indem ihre Körper in sechs Stücke geschnitten wurden (108 v. Chr.).
Trotzdem verlegte der König Puyos "Haeburu" sein Herrschaftsgebiet von Liaosi nach Mandschurei (ungefähr 100 v. Chr.). Danach wurde das Zentrum der Koreaner auch nach Osten hin verlegt. Im Ergebnis kam das Gebiet von Mongolei und Liaosi also unter die Kontrolle der Han, so dass die Koreaner dieses Gebiet für ewig verloren. Obwohl sie in Mandschurei und der Koreanischen Halbinsel immer noch ihren Einfluss besaßen, mussten sie seither 400 Jahre lang in Fernost stagnieren, bis sich ihre neue Staaten Koguryo, Paekche und Silla zu Grossmächte entwickelten.