Koguryo-Paekche-Silla 1




In christlicher Zeit entwickelten sich auf der koreanischen Halbinsel drei rivalisierende Königreiche: Koguryo, Paekche und Silla. Koguryo (37 v. Chr. bis 668 n. Chr.), ein militärisierter Staat mit hochentwickelter politischer Struktur, erstreckte sich über ganze Teile der Mandschurei; Paekche (18 v. Chr. bis 660 n. Chr.), ein hochkultivierter Staat mit wunderschönen Kunstwerken, nahm Shandong, Japan und das Gebiet im Westen der Halbinsel ein; und der kleinste Staat Silla (57 v. Chr. bis 935 n. Chr.) befand sich anfangs nur im Südosten. (Viele koreanischen Historiker sagen: Weil diese drei Königreich derzeit zu lange miteinander auf der Koreanischen Halbinseln konkurrierten, bleiben die Nachwirkungen heute noch als Regionalismus und die Verwicklung zwischen den Nordkoreanern, Südwestkoreanern und Südostkoreanern in Korea übrig.)

Wie die chinesischen Dokumenten schon im 12. Jahrhundert v. Chr. "Koguryo" erwähnt hatte, war Koguryo früher einer der Feudalstaaten des Choson-Reiches gewesen, der seinen Sitz in Liaosi gehabt hatte. Nachdem aber sein befreundeter Staat Puyo (der vergangene mächtigste Feudalstaat des Choson-Reiches) aus Liaosi an den Oberlauf des Sungari in Mittelmandschurei gezogen war, hatte Koguryo auch seinen Sitz in Liaosi verloren und sich seither im Dunkeln der Geschichte verflüchtigt.

Im Jahre 58 v. Chr. wurde aber "Chumong" als Nachfahren der alten Koguryo-Leute in Puyo geboren. Weil er als Untertan von Puyo-König zu mächtig und überlegen war, wollten viele Prinzen Puyos ihn aus Eifersucht ermorden, deswegen floh er 37 v. Chr. nach Süden, und gründete wieder das alte Koguryo-Reich in der Mittelmandschurei, wie heute die Grabungsfunde seine Existenz bestätigt.

Im Jahre 36 v. Chr. eroberte er "Biryu", das in Westmandschurei lag. Nachdem er die Prinzessin von Biryu "Sosuno" zu seiner Frau genommen hatte, wurde dazwischen "Oncho" geboren. Danach ist aber Chumongs erster Sohn "Yuri" aus Puyo in Koguryo gekommen. Weil nicht Oncho sondern Yuri den Thron als zweiter König Koguryos bestiegen hatte, floh Sosuno und Oncho 18 v. Chr. mit seiner Gruppe nach Süden, und gründete im Nordwesten der Koreanischen Halbinsel sein eigenes Reich: Paekche.

Als erster König bestimmte Oncho 5 v. Chr. die Hauptstadt Paekches in "Hansoung" (heute südlich von der Hauptstadt Nordkoreas: Pyöngyang), wo seither zum wichtigsten Ort für die Koreaner geworden ist. Als sein 7. Nachfolger das ganze Gebiet in der Mitte der Koreanischen Halbinsel vereinigte und sein 12. Nachfolger den ganzen südwestlichen Teil der Koreanischen Halbinsel unterwarf, wurde Paekche sehr schnell zum mächtigsten Reich auf der Koreanischen Halbinsel, weil der mittlere Westen und Südwesten der Halbinsel eigentlich der fruchtbarste Ort auf der Halbinsel waren.

Mittlerweile ist Koguryo auch zu einem der mächtigsten Reiche im Fernosten geworden. Im Jahr 53 n. Chr. eroberte Koguryo den ganzen Süden der Mandschurei, und legte im Jahr 179 n. Chr. eine Urform vom Sozialversicherungssystem "Chindaebop" an. Im Jahr 313 unterwarf Koguryo das chinesische Gebiet Liaodongs, erlangte damit die Herrschaft alten Chosons in Südwestmandschurei wieder. Damals fertigte Koguryo sehr viele Kulturgüter an, die sich durch Kräftigkeit und Leidenschaftlichkeit auszeichneten.

Trotzdem war Paekche mächtiger als Koguryo, weil Paekche die weite Kornkammer im Westen der Koreanischen Halbinsel besaß. Viele Seeexpedition führte Guntschogo (346-375) durch, infolgedessen wurde der Einflussbereich Paekches nach Liaosi, Shandong und sogar Südostasien erweitert. Auch Japan war seit dieser Zeit ein Vasallenstaat Paekches, in den als Herrscher viele königlichen Prinzen und Adligen Paekches einwanderten.

Ganz weite Gebiete an der östlichen Küste Chinas wurden von Paekche unterworfen. Im 4. Jahrhundert erstreckte sich der Einfluss Paekches über Shandong, Cheju und Okinawa bis zu Südostchina auf Shanghai, Hongkong und Macao. Besonderes Augenmerk richtete Paekche auf die Cheju- und Okinawa-Insel, die von außerordentlicher Bedeutung für die Sicherung der See- und Handelswege nach Südostchina und Arabien war. Durch viele überseeische Siedlungen und Eroberungen im südostasiatischen Meerraum bauten die Paekches ein weit verzweigtes Handelsimperium auf. In diesen Jahren häufte sich in Paekche ein enormer Reichtum an, dessen Basis Handelsprofite, Tribute und Zolleinkünfte waren.

Nachdem Paekche den Buddhismus von Indien über China übernommen hatte (Weil China geografisch zwischen Korea und Indien gelegen war, fiel China die Rolle einer Brücke zu, über die die buddhistische Kultur von Indien nach Korea gelangte.), blühte Paekche auch im kulturellen Bereich auf, was in vielen buddhistischen Goldskulpturen ausgedrückt wurde. Seitdem begannen sich der Buddhismus mit neuen Architektur- und Kunstformen durchzusetzen, die später fester Bestandteil der koreanischen Kultur bleiben sollten. Die steinerne oder hölzerne Pagode, deren Form aus dem indischen Stupa abgeleitet ist, war ein bedeutender Beitrag des Buddhismus zur Architektur Paekches.


Die Fortsetzung : Die Koguryo-Paekche-Silla-Periode 2



[Die Geschichte von Korea]