Das Land




(1) Nicht so kleines Land, Korea

Korea ist eigentlich ein einheitliches Halbinselland in Ostasien gewesen, grenzt im Norden an China, im Nordosten an Russland, im Osten an das Ostmeer (in Japan als "Japanisches Meer" bezeichnet), im Südosten an die Koreastraße, die es von Japan trennt, und im Westen an das Gelbe Meer. Die Landesfläche Koreas beträgt einschließlich der Inseln 219 806 Quadratkilometer, also etwa die Grösse Großbritanniens (5-mal grösser als Dänemark). Die koreanische Halbinsel erstreckt sich rund 1.000 Kilometer in südlicher Richtung zwischen dem 33. und 43. Grad. An der schmalsten Stelle ist Korea 216 Kilometer breit.

(2) Geteiltes Land, Korea

Korea ist seit 1948 in zwei Staatsgebiete geteilt: die Republik Korea (Südkorea) und die Demokratische Volksrepublik Korea (Nordkorea). Südkorea nimmt den Südteil der Halbinsel Korea mit rund 3 500 vorgelagerten Inseln ein, während Nordkorea den nördlichen Teil einnimmt (die Landesfläche Südkoreas beträgt 99 268 Quadratkilometer, Nordkoreas 120 538 Quadratkilometer).

(3) Die Gebirgigkeit Koreas

Korea ist überwiegend gebirgig und durch tiefe, enge Täler geprägt. Der Vulkan Paektu-san (2 744 Meter), an der Grenze nach China gelegen, ist der höchste Gipfel Koreas, während der höchste Berg Großbritanniens "Ben Nevis" nur 1 343 Meter groß ist. Gebirge und Hügel ziehen sich an der gesamten Ostküste entlang und machen rund 70% der Oberfläche aus, also gehört Korea zu den gebirgigsten Gegenden der Welt und ist landschaftlich reizvoll. Der harte Granit- und Kalksteingrund ist verkantet und entfaltet sich zu einer der schönsten Gebirgslandschaften der Welt. Dies gilt besonders für die Ostküste, wo die Berge steil ins Meer abfallen.

(4) Das kühlgemäßigte Klima

Korea liegt zwischen kontinentaler und maritimer Einflusssphäre. Kühlgemäßigtes Klima überwiegt mit sehr heißen, niederschlagsreichen Sommern und kalten, trockenen Wintern, nur die Südküste ist als subtropisch zu bezeichnen. Die monsunalen Luftströmungen sind neben dem Einfluss des Reliefs und der umgebenden Meere von beherrschender Bedeutung. Die durchschnittliche Temperatur beträgt im Januar -5 °C und im Juli 25 °C, ausgenommen an der Südküste, wo der Einfluss des Meeresstroms Kuroshio Temperaturen über dem Gefrierpunkt bewirkt. Die Niederschläge konzentrieren sich auf die Sommermonate (Juni bis August); die jährliche Niederschlagsmengen liegt in Sinuiju (40° n. Br.) bei 1 015 mm, in Seoul (38° n. Br.) 1 230 mm und in Pusan (35° n. Br.) 1 380 mm. An der Südküste treten im Spätsommer Taifune auf, die kräftige Stürme und heftige Regenfälle mit sich bringen. Im Winter wird das Wetter nach der Regel gewechselt, dass zuerst die drei kalten Tage vorgehen und dann die vier warmen Tage folgen.

(5) Die Pflanzen- und die Tierwelt

Das gebirgigen Landesinnern bedecken ausgedehnte Nadelwälder und Mischwälder. Die wichtigsten Arten sind Fichte, Kiefer, Lärche und Tanne. An der Südküste findet man auch Bambus, Lorbeer und immergrüne Eichen. Große einheimische Säugetiere wie Tiger, Reh, Bär, Wolf, Ziege, Wildschwein, Luchs, Dachs, Maulwurf, Wiesel, Igel, Eichhörnchen werden zunehmend seltener. Ihr Vorkommen beschränkt sich auf abgelegene Waldregionen. In den Wäldern leben normalerweise nur Luchse, Wildkatzen oder Hasen, an den Küsten gibt es aber zahlreiche Wasservögel. Zu den größeren Vogelarten gehören Kraniche, Reiher, Falken, Gabelweihen und Schnepfen. Doch die Vogelarten, die am gewöhnlichsten in Korea gesehen werden, sind Elster, Sperlinge und Schwalben. Daneben ist Korea auch reich an Wasserfischen. In den Flüssen und Meere werden sehr vielartigen Fischgattungen wie Karpen, Forellen, Lachse, Pollacke, Dorsche, Sardellen, Tintenfische gefangen.

(6) Die arme Bodenschätze

Korea ist ganz rohstoffarmes Land; kein Öl, kein Erdgas. Obwohl Korea über eine Vielzahl an mineralischen Bodenschätzen verfügt, sind deren Vorkommen sehr begrenzt, so dass die Abbaumengen kaum zur Deckung der inländischen Nachfrage reichen. Früher wurden viele Gold in Korea gefördert, aber nach der japanischen Herrschaft fast erschöpft. Beachtenswertes Abbauprodukt ist nur Kalkstein. Jedoch haben 1996 Geologen im Süden die größten Titanvorkommen der Erde entdeckt, die 2 Milliarden Tonnen Titan enthalten (die dreifache Menge der bisher bekannten weltweiten Titanfunde).

24. Juli 2000


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